Geschichte von Toitenwinkel

Wie Toitenwinkel zu seinem Namen kam

Wissen Sie, warum unser Stadtteil ausgerechnet „Toitenwinkel“ heißt? Wenn jemand hinter vorgehaltener Hand meint, es hänge damit zusammen, dass bei uns nichts los sei – also müsse „Toter Winkel“ zutreffen – lassen Sie sich nicht aufs Glatteis führen! So einfach können wir es uns nicht machen. Zur Erklärung des Namens müssen wir tief in die Historie eintauchen!

Im Mittelalter verstand man unter dem „Toiten-Winkel“ das Gebiet nordöstlich der Stadt Rostock zwischen der Rostocker Heide und dem Breitling bzw. der Warnow. Im 13. Jahrhundert hatten die Familie Moltke die Dörfer des Toitenwinkels erworben. In einer im „Mecklenburgischen Urkundenbuch“ editierten Urkunde aus dem Jahre 1348 bestätigte Herzog Albrecht II. von Mecklenburg den „Molcken zum Stritfelde und Vogtshagen den Kauff über dorfefer des Toitkenwinkels“. Dazu gehörte bekanntlich auch das Dorf „Toitendorf (in alten Urkunden auch in den Schreibweisen „Thotendorp“, „Tötendorp“ oder „Teutendorf“ zu finden), das heutige Kirchdorf Toitenwinkel. Ein genaues Gründungsdatum des Dorfes ist uns jedoch nicht überliefert.

Die landschaftliche Bezeichnung „Toiten-Winkel“ ging bald auf das Gut der Moltkes über. Seit dem 16. Jahrhundert bezieht sich der Name dann auf die gesamten Ansiedlungen rund um die Kirche.

Der Name „Toitenwinkel“ ist slawischen Ursprungs. Er deutet darauf hin, dass hier einst Slawen (auch „Wenden“ genannt) siedeten. Seit dem 7. Jahrhundert ist eine slawische Besiedlung im Gebiet um Rostock nachweisbar. So fand man bei Erschließungsarbeiten zum neuen Rostocker Stadtteil Toitenwinkel auch Keramikreste aus dieser Zeit.

Sprachforscher leiten die Bezeichnung „Toitenwinkel“ von dem slawischen bzw. altdeutschen Wort „Tota“ = Stute ab. Daher ist anzunehmen, dass im Gebiet des Toiten-Winkels einst besonders intensiv Pferde, vor allem Stuten, gehalten wurden. Im Dorf Toitenwinkel und in seiner ländlichen Umgebung ist die Pferdehaltung auch heute in allerdings bescheidenem Umfang üblich.

Ortschronist Ronald Piechulek